Nach einer Operation wieder gezielt greifen, nach einem Schlaganfall Bewegungsabläufe trainieren oder bei einer psychischen Erkrankung eine Tagesstruktur entwickeln: Ergotherapie hilft, gesundheitlich bedingte Einschränkungen im Alltag zu bewältigen. Der Welttag der Ergotherapie am 27. Oktober lenkt den Blick auf eine Therapieform, die weit über das Training einzelner Fähigkeiten hinausgeht. Die unterschiedlichen Einsatzbereiche der AMEOS Einrichtungen Vorpommern zeigen, wie Ergotherapie Menschen dabei unterstützt, alltägliche Herausforderungen zu bewältigen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Individuelle Ziele, vielfältige Methoden
Welche Fähigkeiten trainiert werden, hängt von der persönlichen Lebenssituation ab. Bei älteren Menschen steht häufig der Erhalt der Selbstständigkeit im Vordergrund, nach Operationen oder neurologischen Erkrankungen geht es beispielsweise um Beweglichkeit und Koordination. Im psychiatrischen Bereich können Konzentration, Belastbarkeit und soziale Fähigkeiten wichtige Therapieziele sein. „Gerade diese Vielseitigkeit macht Ergotherapie für mich so spannend.
Wir arbeiten mit ganz unterschiedlichen Menschen und müssen unsere Therapie immer individuell anpassen“, erklärt Maria Wagner, Koordinatorin und Praxisanleiterin der Ergotherapie am AMEOS Klinikum Ueckermünde. Zum Einsatz kommen Bewegungsübungen, kognitives Training und Alltagstraining, ebenso wie kreative und handwerkliche Tätigkeiten. Beim Kochen, Gestalten oder Arbeiten mit Holz lassen sich beispielsweise Feinmotorik, Konzentration und Ausdauer fördern.
Dabei geht es um weit mehr als Beschäftigung: Die Aufgaben helfen unteranderem, Herausforderungen zu bewältigen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen. „Ich wünsche mir, dass Ergotherapie nicht mehr nur mit Basteln verbunden wird. Es geht nicht darum, was am Ende hergestellt wurde, sondern was der Patient oder die Patientin währenddessen erlebt, lernt und für sich mitnimmt. Das Therapieziel richtet sich deshalb nicht allein nach der Diagnose, sondern danach, was für den jeweiligen Menschen im Leben wichtig ist“, betont die Ergotherapeutin.
Kleine Fortschritte mit großer Wirkung
Wie sich die Therapie konkret auswirken kann, zeigt das Beispiel von Frau Strohfeld. Nach einer Handoperation hatte sie nur wenig Kraft in der linken Hand. Durch gezielte Übungen mit Therapieknete konnte sie, gemeinsam mit Maria Wagner, ihre Beweglichkeit ausbauen. Auch bei der Verbesserung ihres Gangbilds, das durch ihre Polyneuropathie beeinträchtigt ist, half ihr das Team der Ergotherapie. Die Therapie gab ihr mehr Sicherheit im Alltag und Lebensqualität zurück.
„Das Ziel ist nicht immer, alles genauso wie früher zu können. Manchmal geht es auch darum, einen neuen Weg zu finden, der im Alltag funktioniert. Es sind gerade solche kleinen Fortschritte, die einen entscheidenden Unterschied machen“, erklärt Maria Wagner der Patientin.
Text/Foto: PM AMEOS
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