Plötzliche starke Schmerzen, Atemnot oder eine Verletzung: Wenn gesundheitliche Beschwerden unerwartet auftreten, ist häufig nicht sofort klar, wie ernst die Situation ist. Muss es direkt die Notaufnahme sein? Reicht der ärztliche Bereitschaftsdienst? Oder kann die Hausarztpraxis helfen? Der Welt-Erste-Hilfe-Tag am 12. September lenkt den Blick auf eine wichtige Frage: Wo bekommen Menschen in einer akuten Situation die richtige medizinische Hilfe?
„Niemand muss in einer akuten Situation selbst eine Diagnose stellen. Menschen kommen mit ihren Beschwerden und ihrer Unsicherheit zu uns – und unsere Aufgabe ist es, medizinisch einzuschätzen, was dahintersteckt und welche Behandlung notwendig ist“, sagt Jan Schmidt, Oberarzt der Klinik für Chirurgie und Leiter der Zentralen Notaufnahme des AMEOS Hanse Klinikums Anklam. „Gerade bei Beschwerden, deren Ursache zunächst nicht eindeutig ist, können sich Patientinnen und Patienten darauf verlassen, dass wir die Situation ernst nehmen und professionell abklären“, so der Mediziner.
Die Zentrale Notaufnahme des AMEOS Hanse Klinikums Anklam ist rund um die Uhr für akute Erkrankungen und Verletzungen geöffnet. Das Team beurteilt zunächst die medizinische Dringlichkeit und leitet die erforderliche Diagnostik und Behandlung ein. Je nach Situation können die Fachbereiche des Klinikums – Innere Medizin, Chirurgie, Intensivmedizin, Gynäkologie und Pädiatrie – hinzugezogen werden. Dabei gilt: In der Notaufnahme entscheidet nicht die Reihenfolge des Eintreffens, sondern die medizinische Dringlichkeit darüber, wer zuerst behandelt wird. Gleichzeitig ist nicht jedes plötzlich auftretende Symptom ein Fall für die Notaufnahme.
Während der regulären Sprechzeiten ist die Hausarztpraxis für viele gesundheitliche Beschwerden die erste Anlaufstelle. Außerhalb der Sprechzeiten steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 zur Verfügung. Dieser kann die Situation einschätzen und dabei helfen, die passende medizinische Versorgung zu erreichen. Bei einem möglicherweise lebensbedrohlichen Notfall zählt dagegen jede Minute. Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder schwere Verletzungen können Anzeichen dafür sein, dass sofort gehandelt werden muss. In diesen Fällen gilt: direkt in die Zentrale Notaufnahme begeben oder 112 wählen.
„Es ist völlig normal, dass man selbst nicht sicher beurteilen kann, ob hinter einem Symptom etwas Harmloses oder etwas Ernstes steckt“, sagt Jan Schmidt. „Wichtig ist, Beschwerden nicht zu unterschätzen und bei Unsicherheit medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Erste Hilfe beginnt nicht erst mit einem Verband oder einer Wiederbelebung, sondern bedeutet auch, einen Notfall zu erkennen, Ruhe zu bewahren und schnell die passende professionelle Unterstützung zu organisieren. Genau dafür sind wir da“, so der Leiter der Zentralen Notaufnahme in Anklam weiter.
Text/Foto: PM AMEOS
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