Viele Jahre hat die Stadt Seebad Ueckermünde darum gekämpft, Fördermittel des Bundes und des Landes zu erhalten, um den Südflügel des Ueckermünder Schlosses sanieren zu können. Das war dringend notwendig, weil beim letzten Neuverputz vor einigen Jahrzehnten ein nicht geeigneter Zementmörtel verwendet wurde, der Schäden am Mauerwerk hinterließ und nun endlich entfernt wird. Schon seit einigen Jahren ist Restaurator Peter Wagner mit seiner Frau Kerstin am Südflügel des Schlosses dabei, das jahrhundertealte Mauerwerk vorsichtig freizulegen.
Dabei wird der Zementputz akribisch entfernt. Unter enger Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege konnte somit eine sehr genaue denkmalpflegerische Zielsetzung erarbeitet werden und das Leistungsverzeichnis für die Arbeiten fertiggestellt werden. Im vergangenen Jahr kamen dann die Zuwendungsbescheide von Bund und Land, die über 60 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen.
Peter Wagner und seine Frau Kerstin arbeiten nun schon seit einigen Wochen an der weiteren Freilegung des Mauerwerkes, sodass sämtlicher Putz runtergenommen wurde. Es zeigten sich darunter einige sehr interessante Details, wie z.B. Anschlagsspuren der damaligen Blendrahmenfenster oder Beschussspuren am mittelalterlichen Putz.
Gegenwärtig entfernt Peter Wagner die vor 300 Jahren eingesetzten waagerechten Stürze, denn Ziel ist es, die alten Fensterformate und die darumliegende Stabwerksgliederung wieder zu zeigen.
Ein Fenster soll sogar nach dem mittelalterlichen Aussehen neu entstehen. In der Achse, in der dieses Fenster liegt, wird auch die mittelalterliche Fassadenfarbe mit einem Ockerton nachgebildet. Die restliche Fassade wird das Aussehen nach den Sanierungen im 18. Jahrhundert erhalten, also den Rotton des Schlossturmes aufnehmen, der vor einigen Jahren denkmalgerecht saniert werden konnte.
Zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
