Notfallbegleitung in der Uecker-Randow-Region: Da sein, wenn nichts mehr ist wie zuvor

Seit mehr als 22 Jahren begleitet das Team der Johanniter-Notfallbegleitung Menschen in der Uecker-Randow-Region nach schweren Unglücksfällen und plötzlichen Todesfällen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten psychosoziale Unterstützung, geben Halt und helfen Betroffenen, die ersten Schritte in einer akuten Krisensituation zu bewältigen.

Ein Unfall, ein plötzlicher Todesfall oder die Nachricht vom Tod eines nahen Angehörigen können Menschen von einem Moment auf den anderen aus der Bahn werfen. In solchen Situationen bietet die Notfallbegleitung und Notfallseelsorge der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in der Uecker-Randow-Region psychosoziale Unterstützung. Ihr Ziel ist es, Betroffene in den ersten Stunden einer akuten Krise nicht allein zu lassen und ihnen Halt zu geben.

Das Team wird beispielsweise nach schweren Unfällen, bei einem Suizid im persönlichen Umfeld, nach einem Todesfall in der häuslichen Umgebung oder bei der Überbringung einer Todesnachricht hinzugezogen. Die Helferinnen und Helfer sind vor Ort, wenn Polizei, Rettungsdienst und Ärzte ihre unmittelbaren Aufgaben erledigt haben. Sie hören zu, halten gemeinsam mit den Betroffenen schwierige Momente aus und unterstützen dabei, die ersten Schritte in einer Ausnahmesituation zu bewältigen.

Gerade nach einem Todesfall müssen Angehörige häufig innerhalb kürzester Zeit wichtige Entscheidungen treffen und organisatorische Aufgaben bewältigen. Dazu gehören etwa die ärztliche Feststellung des Todes, die Kontaktaufnahme mit einem Bestattungsunternehmen und die Information weiterer Angehöriger. In ihrer Trauer und Verunsicherung fühlen sich viele Menschen damit überfordert. Die Notfallbegleitung hilft, die Situation zu ordnen, und vermittelt bei Bedarf Kontakte für weiterführende Unterstützung.

Wie lange die Begleitung erforderlich ist, hängt von der individuellen Situation ab. Manchmal reichen wenige Stunden, in anderen Fällen ist ein weiterer Besuch am Folgetag sinnvoll.

Mehr als 22 Jahre Erfahrung in der Region

Das Team besteht seit über 22 Jahren. Aktuell engagieren sich mehr als zehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Hintergründen. Eine fundierte Ausbildung über die Landeszentralstelle für Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) und den Träger Johanniter-Unfall-Hilfe bereitet sie auf diese anspruchsvolle Aufgabe vor. Einfühlsames Zuhören, Ruhe und ein respektvoller Umgang mit den Betroffenen stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Helfenden übernehmen regelmäßig Bereitschaftsdienste und stehen rund um die Uhr für Einsätze zur Verfügung. Alarmiert werden sie über die Rettungsleitstelle des Landkreises, wenn Polizei, Ärzte, Rettungsdienst oder Feuerwehr Unterstützung anfordern. Die Einsätze erfordern ein hohes Maß an Engagement, Flexibilität und eine zuverlässige Organisation.

Die Notfallbegleitung kann das Geschehene nicht ungeschehen machen. Sie kann jedoch dazu beitragen, dass Menschen in einer der schwierigsten Situationen ihres Lebens nicht allein bleiben und die ersten Schritte zurück in einen Alltag finden, der von einem Moment auf den anderen ein anderer geworden ist.

PM Johanniter

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