Wie sah Ueckermünde einst als bedeutender Ziegeleistandort aus? Jürgen Kliewe hat die Geschichte von 37 Ziegeleistandorten erforscht und in der dritten, erweiterten Auflage seines Buches mit zahlreichen Fotos und Plänen dokumentiert. Sein Werk trägt dazu bei, ein wichtiges Stück Regionalgeschichte für kommende Generationen zu bewahren.
Gerade die Geschichte unserer kleinen Stadt macht deutlich, wie wichtig es ist, aus den einzelnen Zeitepochen etwas aufzuschreiben, um es für die Nachwelt zu erhalten. Viel ist von der Stadtgeschichte der letzten Jahrhunderte verloren gegangen, denn mehrere Stadtbrände führten dazu, dass wertvolle Akten vernichtet wurden. Ueckermünde besitzt keine Gründungsurkunde, keine Zeugnisse aus der Zeit des Mittelalters und auch für die Zeitepochen des 17. bis 19. Jahrhunderts ist wenig erhalten geblieben.
Um an wichtige regionalgeschichtliche Dinge zu erinnern, muss dies dokumentiert werden. Das sieht Jürgen Kliewe, der Autor der jüngst erschienen 3. Auflage seines Buches zur Ziegeleigeschichte jedenfalls so. „Auch ich habe einzelne Fragmente zur Ziegeleigeschichte gehört, aber eine gesamte Zusammenstellung der Ziegeleien auf Ueckermünder Boden fehlte“, erläutert der Autor seine Motivation zur Erforschung der Ziegeleigeschichte. „Heute gibt es nur noch einen einzigen Schornstein am Jägersteig, der an das Ziegeleihandwerk oder die spätere Industrie erinnert. Auch vom Ziegelwerk in Berndshof sind noch einige Hallen vorhanden, aber sonst weist nichts mehr darauf hin, dass Ueckermünde einst ein bedeutender Ziegeleiproduzent war, dessen Produkte national und international gefragt waren“, erläutert Jürgen Kliewe.
Nachdem er bereits im Jahre 2014 das erste Büchlein zur Ziegeleigeschichte herausgegeben hatte, erschien Ende Oktober nun die 3. überarbeitete, ergänzte und nun auch vollständig in Farbe gedruckte Auflage. Ein Exemplar davon überreichte Jürgen Kliewe an Bürgermeister Tino Spiegelberg für das Stadtarchiv.
Die 3. Auflage umfasst nun 172 Seiten Inhalt, kann mit diversen Fotos zu den alten Ziegeleistandorten und Übersichtsplänen aufwarten und beschreibt für die Stadt Ueckermünde insgesamt 37 Ziegeleistandorte. Ergänzt wird das Buch durch einen Teil zum Transport und Abbau des Tons sowie einem Verzeichnis aller im Buch vorkommenden Personennamen. Da einige Hinweise zum Thema gegeben wurden und neue Quellen erschlossen werden konnten, hat die 3. Auflage nun etwa 20 Seiten mehr, als die vorherigen Auflagen. Viele der früheren schwarz-weiß Fotos konnten mittels Künstlicher Intelligenz farbig coloriert werden. Dadurch ist der Inhalt nun durchgängig in Farbe. Um das Buch weiter aufzuwerten, ist diese Auflage auch mit einem festen Einband erschienen.
Wer Interesse an dem Buch hat, kann es in der Friedrich-Wagner-Buchhandlung oder im Haffmuseum und der Tourist-Information zum Preis von 19,90 EUR erwerben.

Buchcover „Auf den Spuren der (Ziegel)steine“ © Jürgen Kliewe
Text/Foto: PM Stadt Ueckermünde
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