Arbeitstreffen in Torgelow bringt Projekt „OdraClimateGuard“ weiter voran – Gemeinsame Übungen ab 2027 geplant
Wie können deutsche und polnische Einsatzkräfte bei größeren Schadenslagen künftig noch besser zusammenarbeiten? Darüber haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Landkreise Vorpommern-Greifswald, Uckermark und Gryfino (Polen) in der vergangenen Woche in Torgelow ausgetauscht. Das dritte Arbeitstreffen im Rahmen des Interreg-Projekts „OdraClimateGuard“ diente dazu, die bisherigen Ergebnisse der Zusammenarbeit auszuwerten und die nächsten Schritte für eine gemeinsame Alarm- und Einsatzplanung abzustimmen.
Eine wesentliche Grundlage dafür wurde bereits Ende September geschaffen, als die Landräte der drei beteiligten Landkreise eine Vereinbarung zur grenzüberschreitenden Hilfeleistung im Brand- und Katastrophenschutz unterzeichneten. Sie soll die gegenseitige Unterstützung bei größeren Schadensereignissen erleichtern und die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden und Einsatzkräfte stärken.
Beim Treffen in Torgelow standen insbesondere die unterschiedlichen Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufe im Bevölkerungsschutz im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten ihre jeweiligen Aufgaben und technischen Möglichkeiten vor und tauschten sich darüber aus, wie vorhandene Ressourcen bei gemeinsamen Einsätzen genutzt werden können. Dabei ging es unter anderem um die Bewältigung von Großbränden und Gefahrstoffunfällen sowie die Rettung, Unterbringung und Versorgung betroffener Menschen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Erarbeitung erster Eckpunkte für eine gemeinsame Alarm- und Einsatzplanung. Dazu gehören abgestimmte Einsatzabläufe, geeignete Kommunikationswege und die Koordinierung verfügbarer Einsatzmittel. Die Ergebnisse des Treffens sollen nun in die weitere Entwicklung gemeinsamer Verfahren einfließen.
Zweisprachige Verbindungspersonen unterstützen die Kommunikation
Eine besondere Rolle übernehmen künftig die bereits benannten zweisprachigen Verbindungspersonen der beteiligten Landkreise. Sie sollen im Bedarfsfall die Verständigung zwischen deutschen und polnischen Behörden und Einsatzkräften erleichtern und die Abstimmung gemeinsamer Maßnahmen unterstützen.
Beim Arbeitstreffen in Torgelow kamen die Verbindungspersonen erstmals im Rahmen des Projekts zum Einsatz. Sie nutzten die Gelegenheit, die beteiligten Akteurinnen und Akteure, die jeweiligen Einsatzstrukturen und die vorhandene Technik näher kennenzulernen. Neben den fachlichen Beratungen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch einen Einblick in die Ausstattung der Feuerwehr Torgelow und des Katastrophenschutzes des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Vorgestellt wurden unter anderem ein hochgeländegängiges Tanklöschfahrzeug sowie Spezialfahrzeuge zur Erkundung und Eingrenzung atomarer, biologischer und chemischer Gefahren.
Gemeinsame Übungen ab 2027 vorgesehen
In den kommenden Jahren soll die Zusammenarbeit auch praktisch erprobt werden. Dazu sind gemeinsame Schulungen und Übungen für Einsatzkräfte aus Deutschland und Polen geplant. Eine erste Übung soll im zweiten Halbjahr 2027 im Landkreis Vorpommern-Greifswald stattfinden. Weitere Einsatzübungen sind für 2028 im polnischen Gryfino und im Landkreis Uckermark vorgesehen. Dabei sollen insbesondere die gemeinsamen Alarmierungs- und Kommunikationswege sowie die Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten unter realen Einsatzbedingungen trainiert werden.
Hintergrund: Projekt „OdraClimateGuard“
Das Projekt „OdraClimateGuard – Gemeinsam gegen Klimawandel und neue Tierseuchen im Oder-Raum“ ist eine Kooperation der Landkreise Vorpommern-Greifswald, Uckermark und Gryfino. Ziel ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Katastrophenschutz zu verbessern und die beteiligten Regionen besser auf klimabedingte Extremereignisse und biologische Gefahren, insbesondere neue Tierseuchen, vorzubereiten.
Das Projekt wird vom Landkreis Uckermark koordiniert und im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen 2021–2027 umgesetzt. Es läuft vom 1. Juli 2025 bis zum 31. Dezember 2028. Das Gesamtvolumen beträgt rund 1,79 Millionen Euro. Davon werden 80 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Text/Foto: PM Landkreis V-G
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