Das HaffNet unterstützt angehende Ärzte schon während des Studiums und möchte sie früh für die Region begeistern.
Die Haff-Region könnte schon bald eine engagierte junge Ärztin mehr haben. Die Medizinstudentin Juliane Unkrig, derzeit im 10. Semester an der Universität Greifswald, hat klare Pläne: Ihre berufliche Zukunft sieht sie in der Region – nah bei den Menschen, nah an der Natur.
Die 36-Jährige möchte Allgemeinmedizinerin werden und hofft, ihre Facharztweiterbildung in etwa zwei Jahren möglichst in der Haff-Region beginnen zu können. Für die medizinische Versorgung vor Ort ist das ein ermutigendes Signal.
Ein Fernsehbeitrag als Wendepunkt
Ein entscheidender Impuls auf ihrem Weg war ein Fernsehbeitrag im NDR über das Ärztenetz HaffNet. Die Idee eines starken regionalen Netzwerks, das die medizinische Versorgung gemeinsam gestaltet und neue Wege geht, sprach sie sofort an.
„Das ist genau das, was ich gesucht habe“, sagt Juliane Unkrig. Begeistert von dem Konzept nahm sie selbst Kontakt auf – und fand schnell offene Türen. Über das HaffNet verbrachte sie freiwillig eine Woche in der Hausarztpraxis von Dr. Sabine Meinhold in Ueckermünde, lernte Kolleginnen und Kollegen kennen und erhielt intensive Einblicke in die Arbeit vor Ort. Ihr Eindruck: „Das ist ein tolles Team in der Praxis – mit vielen Ideen.“
Vom Pflegeberuf zum Medizinstudium
Der Weg in die Medizin begann für Juliane Unkrig nicht im Hörsaal, sondern am Krankenbett. Viele Jahre arbeitete sie mit großer Leidenschaft als Pflegefachkraft, unter anderem auf der Intensivstation. Die tägliche Arbeit mit Patienten bestärkte sie schließlich in dem Wunsch, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Vor fünf Jahren entschied sie sich deshalb für das Medizinstudium in Greifswald.
Bis heute arbeitet sie neben ihrem Studium weiterhin im Pflegebereich – aus Überzeugung und aus tiefer Verbundenheit zu ihrem Beruf. Ihre Erfahrungen prägen ihren Blick auf die Medizin ebenso wie ihr großes Engagement für die Patienten.
Klare Ziele und neue Ideen
Besonders interessiert sich die angehende Ärztin für die hausärztliche Versorgung und die Kindermedizin. Auch strebt sie später eine Tätigkeit als Notärztin an – ihre langjährige Erfahrung auf der Intensivstation bringt dafür beste Voraussetzungen mit.
Wer mit ihr spricht, spürt schnell ihre Begeisterung für den Beruf. Juliane Unkrig möchte nicht nur behandeln, sondern die medizinische Versorgung aktiv weiterentwickeln und bringt dafür viele eigene Ideen mit. Modernen Versorgungsansätzen und neuen Entwicklungen steht sie dabei offen gegenüber.
Verwurzelt in der Region
Die gebürtige Greifswalderin wuchs auf Usedom auf und fühlt sich ihrer Heimat eng verbunden. Die Nähe zur Natur und das Leben in überschaubaren Strukturen haben sie geprägt. „Es hat mich nie wirklich in die Großstadt gezogen“, erzählt sie. Auch ihr Partner lebt in der Haff-Region – ein weiterer Grund für ihre klare Entscheidung, hier langfristig als Ärztin tätig zu sein.
Beim HaffNet freut man sich über das Engagement der angehenden Medizinerin und unterstützt sie auf ihrem Weg – unter anderem mit einem Stipendium, das sie während ihres Studiums begleitet und zugleich den Einstieg in die ambulante Versorgung in der Region erleichtert. „Das ist so ein starkes Netzwerk. Ich habe in kurzer Zeit schon so viele kennengelernt“, berichtet Juliane Unkrig begeistert.
HaffNet-Stipendium: Unterstützung mit Perspektive
• Alle HaffNet-Stipendien (leistungsbezogen, nicht-leistungsbezogen oder zweckgebunden) sind kombinierbar und werden individuell nach der Vergaberichtlinie abgestimmt
• BAföG-kompatibel: Durch die Kombination können Freibeträge optimal genutzt und eine Anrechnung vermieden werden
• Ziel ist die Stärkung der ambulanten Versorgung in der Haff-Region: Stipendiaten verpflichten sich, Teile der Facharztweiterbildung in HaffNet-Praxen zu absolvieren oder später drei Jahre im HaffNet-Gebiet tätig zu sein
Text/Foto: S. Wolff
