Mit gleich zwei Ausstellungseröffnungen wurde am Freitag das kulturelle Angebot im Seebad Ueckermünde bereichert. In der Rathausgalerie eröffnete zunächst der Anklamer Künstler Ray Neumann seine neue Ausstellung und anschließend öffnete im Haffmuseum die Sonderausstellung „Faszination Bernstein“ ihre Türen für die Besucher.
Den Auftakt machte die farbenfrohe Ausstellung von Ray Neumann in der Rathausgalerie. Bürgermeister Jürgen Kliewe begrüßte die Gäste und eröffnete die Schau offiziell. Gezeigt werden Arbeiten mit Acrylfarben auf Leinwand, die einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Erlebniswelt des Künstlers geben.
Während der Eröffnung führte Neumann die Besucher persönlich durch seine Ausstellung und erläuterte die Hintergründe zur Entstehung seiner Werke. Zu jedem Bild, so wurde deutlich, hat der Künstler eigene Erfahrungen, Erinnerungen und Geschichten verarbeitet. Seine Werke entstehen aus einem sehr persönlichen kreativen Prozess, der Eindrücke aus Natur, Musik und Alltag aufgreift und in ausdrucksstarke Bildkompositionen verwandelt.
Besonders aufmerksam betrachteten die Gäste einige Arbeiten, die bewusst die klassischen Grenzen des Bildformats verlassen. Einzelne Motive setzen sich über den Rahmen hinaus fort und schaffen so zusätzliche räumliche Wirkung.
Ray Neumann wurde 1972 in Anklam geboren und beschäftigt sich bereits seit seiner Jugend mit dem Zeichnen und Malen. Sein Krankheitsbild ADHS beeinflusst seinen kreativen Schaffensprozess und führt zu einer Vielzahl von Ideen und gestalterischen Ansätzen, die in seinen Werken sichtbar werden.
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.
Im Anschluss eröffnete Bürgermeister Jürgen Kliewe gemeinsam mit Ausstellungsgestalter Hartwig K. Neuwald die neue Sonderausstellung „Faszination Bernstein“ im Haffmuseum. Zahlreiche interessierte Besucher nutzten die Gelegenheit, sich bereits am Eröffnungstag über das „Gold des Nordens“ zu informieren.
Neuwald beschäftigt sich seit mehr als 60 Jahren mit Steinen und Mineralien und widmet sich seit rund zwei Jahrzehnten intensiv dem Bernstein. In seinem Eröffnungsvortrag berichtete er, dass ihn Bernstein zunächst wenig faszinierte. Sein Interesse sei erst geweckt worden, als er auf ungewöhnliche Formen und Erscheinungsbilder stieß, die vom allgemein bekannten Bild des Bernsteins abweichen. Entscheidende Impulse erhielt er bei Forschungen in Ungarn, wo er gemeinsam mit Biologen fossile Harze untersuchte. Später veröffentlichte er als erster in Deutschland Berichte über baltischen Bernsteinfunde in dieser Region.
Mit der Ausstellung verfolgt Neuwald das klare Ziel Wissen zu vermitteln und verbreitete Irrtümer zu korrigieren. „Viele Menschen kennen Bernstein, doch das Wissen darüber ist oft gering. Zudem halten sich zahlreiche veraltete oder falsche Informationen“, erklärte er. Deshalb habe er versucht, möglichst viele Aspekte des Themas in die Ausstellung einzubringen.
Die Besucher erfahren dort Wissenswertes über die Entstehung, Eigenschaften und Verwendung des fossilen Harzes. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den regionalen Bernsteinvorkommen. Denn Bernstein findet sich nicht nur an den Küsten von Ost- und Nordsee. Auch in der Haffregion wurden in der Vergangenheit zahlreiche Funde gemacht, insbesondere in den Tongruben der ehemaligen Ziegeleien. Zu den spektakulärsten Entdeckungen zählen Stücke mit einem Gewicht von bis zu 1,5 Kilogramm.
Daran soll die Ausstellung erinnern und zugleich dazu anregen, selbst auf Entdeckungssuche zu gehen. Mit etwas Glück lassen sich auch heute noch Bernsteine an der Haffküste oder auf Feldern der Region finden.
Die Sonderausstellung „Faszination Bernstein“ ist ab sofort im Haffmuseum zu sehen und kann während der regulären Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr besucht werden.

